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Eine Einführung in das Riechen von Musik mit dem Collegium musicum Werdau zum Rathauskonzert am 24. Juni

Zuerst war da nur ein Hauch von Melodie, ein leichter Duft der in der Luft lag. Ein paar Takte später und der Saal roch förmlich nach Musik. Fein und wie Parfüm verwob sich das Aroma mit den anwesenden Damen und Herren – auf jeden Zuhörer wirkte es unterschiedlich. Die Kompositionen gehörten dabei zur angesehenen Marke der klassischen Musik, an welcher auch heutzutage noch gern gerochen wird. Doch was Musik zum Duften bringt, wird auch in Zukunft das Geheimnis der erfahrenen Dirigenten bleiben. Einer, der es offensichtlich verstanden hat, die Sinne der Zuhörer anzuregen, ist Georg Christoph Sandmann, der musikalische Leiter des Collegium musicum Werdau. Mit seinem Orchester und in Zusammenarbeit mit virtuosen Solisten, erschuf dieser am Mittwochabend im Werdauer Rathaus eine ganz besondere Duftnote.

Gespielt wurden die Meister einer Epoche: Carl Stamitz, Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart. Das von Stamitz komponierte B-Dur Konzert stimulierte dabei mit dem Bassetthorn die Sinne des Publikums. Der volle dunkle Klang dieser „Bassklarinette“ wurde von Frank Klüger erzeugt, der dieses anspruchsvolle Werk meisterlich interpretierte. Es folgte das Konzert für Violoncello und Orchester in D-Dur aus der Feder Joseph Haydns. Einfühlend und gleichzeitig energisch verkörperte die Solistin Cehie Kim die Melodien und erschuf blühende Klanggärten mit ihren Bogenstrichen. Als Abschluss erklang die Sinfonie in g-Moll, verfasst vom österreichischen Wunderkind Amadeus Mozart. In dieser letzten Sinfonie des Abends zeigte sich zum wiederholten Mal die hohe Qualität, zu der auch ein Laienorchester fähig sein kann. Der Klangkörper des Orchesters ist damit der Erzeuger von Duftnuancen, die nun schon zum vierten Mal in der Reihe der Rathauskonzerte die Zuhörer mit Eindrücken füllten. Für die Stadt Werdau und den ganzen westsächsischen Raum bleibt zu hoffen, dass sich diese Tradition im nächsten Jahr verfestigen wird. Bis dahin wird es noch weitere Gelegenheiten geben, dem Collegium musicum zu lauschen und sich selbst von den wohligen Düften guter Musik zu überzeugen.

Autor: Ida Paulo, Schülerin

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