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Der Aufbau eines neuen, eigenen und selbständigen Lebens beginnt meist mit der passenden Arbeit. So geht es nicht nur Einheimischen, sondern auch den neuen Werdauerinnen und Werdauern, die in den letzten Monaten aus aller Welt nach Deutschland und somit auch Werdau kamen. Einen großen Schritt in die Zukunft gehen seit Anfang Oktober 12 junge Männer im Rahmen eines speziellen Projektes beim Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft auf der Greizer Straße. Die Teilnehmer, die aufgrund des großen Interesses im Losverfahren ausgewählt wurden, verbinden die Arbeit in der seit 2 Jahren laufenden „StadtRad“-Maßnahme mit praktischer Berufsorientierung in Interessensgebieten, die ihren Talenten entsprechen.

„Mit dieser Aktion begehen wir komplettes Neuland. Entsprechend hatten wir in der Anfangszeit einige Bedenken“, erklärt der Leiter des Bildungsstandortes, Jens Särchinger. Doch bereits wenige Tage nach dem Startschuss am 1. Oktober zeigte sich klar, dass sich keiner davon bestätigte. Im Gegenteil. „Bereits nach knapp zwei Wochen waren die unterschiedlichen Sprachen kein Problem mehr, die jungen Männer sind sehr lernwillig und engagiert“, bestätigt Jens Särchinger voller Begeisterung. „Viele Asylbewerber nutzen jede Chance um Deutsch zu lernen, egal ob hier, in ihrer Unterkunft oder mobil unterwegs.“ Und Engagement zahlt sich aus. Bereits nach einer Woche hatte sich jeder Teilnehmer ein eigenes Fahrrad aufgearbeitet, diese sollen nun sogar in den Deutschlandfarben lackiert werden. „Die Identifikation mit und durch die Arbeit ist riesig, entsprechend groß die Fortschritte“, berichtet Projektbetreuer Silvio Stich, der auch eine gemeinsame Ausfahrt mit Deutschen Kollegen organisierte. Denn das Projekt ist eine Ergänzung zu dem, bei dem Langzeitarbeitslose wieder ins Berufsleben integriert werden sollen.

Ziel ist es, das Interesse der jungen Männer aufzugreifen und ihnen die Chance einer Berufsausbildung zu ermöglichen. Bereits ab November soll die Gruppe geteilt und je nach Talenten und Vorkenntnissen in die bestehenden Berufsausbildungsmaßnahmen eingebunden werden. Die Finanzierung des Projektes erfolgt durch den Landkreis Zwickau, die European Homecare GmbH, den ökumenischen Arbeitskreis, die Kirchgemeinde Steinpleis und die Stadt Werdau.

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